Philosophie

unmittelbarkeit ist programm – direkt und klar, poppig und bunt, aber auch sinnlich und doppelbödig – aus dem leben und ins leben zurück, thema ist das leben – speziell das klassische umfeld der frau. gezeigt wird ein feines absurditätenkabinett des alltagslebens. auszumachen im werk ist zudem ein kritisch-lustvoller umgang mit den großen themen zu mode und konsum, die voneinander kaum zu trennen sind.

der schaffensweg begann in der welt von mode und stoff.
entwerfen und schneidern sind erste möglichkeiten, eigene ideen umzusetzen und damit zu experimentieren.
doch befriedigt dieses feld auf dauer nicht – der drang nach mehr freihet und bildnerischem ausdruck ist stark.
nach einer zeit diverser feldversuche mit großformatiger acrylmalerei, zeichnung, radierung und anderem kristallisiert sich nach einiger zeit der besinnung und der begegnung mit einer neuen technik das kleine format auf holz als optimales medium dessen, was bewegt und berührt.

vielfach finden sich rückstände voriger epochen wie z.b. beim arbeiten mit alten textilien (möbelobjekte), oder beim verwerten gebrauchter zeitschriften.
zur grundlegenden technik der nitrofrottage gesellt sich zu dem gedruckten motiv plus textbotschaft das gelebte material, worunter zu verstehen ist: textil & papier verschiedenster herkunft und alter. mit vorliebe frauenzeitschriften der 30er bis 60er jahre des votigen jahrhunderts bzw. altes leinentuch. so wird bereits abgelegten zeitgeistern ein zweites leben geschenkt – und was für eines. motive aus der welt der reklame genauso wie grafisches material aus alten nachschlagewerken, märchen- und sagenliteratur, ddr-schulbücher – neu interpretiert – ziehen aufgrund vertrauter chiffres magisch an und reizen zum schlagabtausch mit den gebrechen, ängsten, sehnsüchten, ansprüchen... unserer zeit. eine kunst, die gestern und heute zu heute und morgen verwebt und somit einen neuen wert erschafft. jeder von uns ist unterwegs mit der last seiner vergangenen tage – jeder blick ist ein anderer.

möglich wird der künstlerin dieser prozess durch einen neugierig – naiven – unverstellten – unvoreingenommenen blick auf die welt und die grosse lust damit zu spielen.

das resultat ist eine zeitenübegreifende arbeit, mittels derer wir uns in der zeit, in der wir leben, besser zurechtfinden, sie besser erkennen, eventuell besser verstehen. das ganze mit leichtigkeit und einer speziellen humoreske.